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Jahrbuch 64/2012, 349 S., 83 Abb.

Inhalt

1) Ernst-Günter Krenig: Nachruf auf Dr. Heinz Pritzl (1924 – 2011), S. 10 - 11

2) Zusammenfassung der Abhandlungen

Claudia Lichte: „Kunst geht fremd“. Beispielhafte Vernetzung unterfränkischer Museen (13 Abb.), S. 13 – 26

Die Autorin berichtet über ein innovatives Projekt von vier unterfränkischen Museen, die sich 2011 zu einer dezentralen Ausstellung zusammengefunden hatten. Ein Jahr später kooperierten sieben Museen Unterfrankens bei der Ausstellung „Balthasar Neumann zum 325. Geburtstag“. Der Aufsatz stellt die Exponate, welche die Museen untereinander ausgeliehen haben, in Wort und Bild vor.

Peter Kolb: Die Würzburger Münzen und Medaillen des Mainfränkischen Museums Würzburg online – vom 10. Jahrhundert bis zur Säkularisation (12 Abb.), S. 27 – 42

Das Mainfränkische Museum macht - als erstes Museum Bayerns - die Sammlung seiner Münzen und Medaillen (circa 2200 Objekte) Interessierten über das Internet zugänglich. Älteste Münze ist ein Pfennig aus der Zeit um 900. Der Aufsatz beschreibt wichtige Objekte der Sammlung und gibt darüber hinaus höchst instruktive Einblicke in das Würzburger Münzwesen überhaupt. Einbezogen werden auch die Schaumünzen - eine Gattung, die im 15. Jahrhundert in Italien entstanden ist.

Thomas Freller: Pilger, Paschas und Korsaren – Johann Ludwig von Münster in der Türkei, in Palästina, Ägypten und auf Malta (8 Abb.), S. 43 – 62


Der Autor schildert die Erlebnisse eines fränkischen Adligen, der 1587 eine Reise in die genannten Regionen antrat. Freller ordnet derartige Unternehmungen in die „Etablierung des absolutistischen Gesellschafts- und Verfassungsgefüges“ ein. Für einen jungen Aristokraten war ein solcher Auslandsaufenthalt gewissermaßen Teil der Ausbildung. In sehr anschaulicher Weise schildert der Autor den Ablauf der ca. zweijährigen – keineswegs ungefährlichen – Reise.

Karlheinz Kuhn: Würzburger Messgewänder in Schweden (4 Abb.), S. 63 – 66

Der Verfasser legt einen Fall von „Beutekunst“ aus dem 30-jährigen Krieg dar; anhand farbiger Abbildungen beschreibt der Autor mehrere Messgewänder, die den schwedischen Truppen 1631 bei der Erstürmung der Festung Marienberg in die Hände fielen und die – wie auch andere Stücke – bis heute in Schweden verwahrt werden.

Andreas Flurschütz da Cruz: Katholiken und Protestanten in einem bikonfessionellen
Ganerbendorf in Franken 1650 – 1750 – eine bevölkerungsanalytisch–komparative Studie (8 Abb.), S. 67 – 124


Der Aufsatz entwirft auf der Grundlage umfangreichen Quellenmaterials ein sehr aufschlussreiches Bild vom Nebeneinander der Katholiken und Protestanten und von ihren Lebensverhältnissen in dem Ganerbendorf Westheim in der Nähe von Haßfurt. Der Autor analysiert u. a die „Güter- und Machtverteilung“ im Dorf. Konfessionelle Spannungen (etwa bei der Besetzung der Ämter) werden ebenso sichtbar wie freundschaftliche Beziehungen, wenn diese auch – zumindest zeitweilig - „nur in beschränktem Maße“ existierten.

Erwin Muth: Der „Mönchswald“ der Abtei Münsterschwarzach am Friedrichsberg bei Abtswind (7 Abb.), S. 125 – 143

Der Autor legt zunächst die Besitzverhältnisse des Waldes am Friedrichsberg südlich von Abtswind dar und wendet sich dann der Baugeschichte des dortigen Jagdschlösschens aus dem Jahre 1735 zu, dessen Bauherr Graf Johann Friedrich zu Castell-Rüdenhausen war. Der zweite Teil des Beitrags widmet sich der Auseinandersetzung mit dem Grundstücksnachbarn, dem Kloster Münsterschwarzach, bei der es um Zufahrt und Wasserversorgung des Gebäudes ging.

Erwin Muth: Die Milde Damenstiftung zur Heiligen Anna und ihr Stiftswald am Friedrichsberg bei Abtswind ( 1 Abb.), S. 144 – 146


Der Beitrag beschreibt die materielle Grundlage einer Damenstiftung, die auf Anna Maria, die Witwe von Georg Adolf Fuchs von Dornheim, zurückging. Bei dem Institut handelte es sich um eine geistliche Gemeinschaft, deren Mitglieder unverheiratet waren und sich dem Dienste Gottes widmeten.

Hanns –Helmut Schnebel: Die Garnisonen Ansbach und Bayreuth und ihre Militärmusik. Ein Überblick, S. 147 – 202

Der Aufsatz gibt eine genaue Darstellung der Geschichte der Militärmusik in den Markgrafentümern, und zwar vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart, wobei der Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert liegt. Aufgaben und Funktionen der Militärmusik, ihre Instrumente und häufig gespielte Werke werden eingehend geschildert.

Hans-Peter Trenschel: Archivalische Streiflichter aus der Lebens- und Arbeitswelt von Handwerkern des 18. Jahrhunderts (8 Abb.), S. 203 – 230


Der Aufsatz ist sozialgeschichtlich höchst aufschlussreich. Zahlreiche Aspekte der Alltagssituation von Menschen, die in einer „Knappheitsgesellschaft“ lebten, werden dem Leser auf der Basis reichhaltigen Quellenmaterials nahegebracht, z.B. die Ausbildung im Handwerk, die Vorschriften der Wanderzeit, die Möglichkeiten der Niederlassung und die Ahndung von Verstößen im „privaten“ Bereich. Auch die Bedeutung des Würzburger Hofes für das Handwerk wird einbezogen.

Michael Renner: Der Fastkrieg um Schwarzenberg 1737. Aus dem Französischen übersetzte Briefe des jungen Domherrn Adam Friedrich von Seinsheim an seinen Vater, S. 231 – 236

Die hier publizierten Briefe stammen aus dem Schlossarchiv Sünching. Sie lassen u.a das Spannungsfeld erkennen, in dem sich im 18. Jahrhundert die schwarzenbergischen Territorien zwischen dem Hochstift Würzburg und der Markgrafschaft Ansbach befanden.

Michael Renner: Ein Quellenfund zu Balthasar Neumanns frühester Tätigkeit im Hochstift Würzburg, S. 237 – 238

In dem Beitrag werden Materialien aus dem Staatsarchiv Würzburg ausgewertet. Neumanns früheste Tätigkeit im Hochstift bezog sich u. a. auf die Reparatur von Gefängnisgebäuden.

Peter Thiel: Max Dauthendey vor hundert Jahren: „Der Geist meines Vaters“ (8 Abb.), S. 239 – 246

„Du bist ein Träumer.“ So wurde Max Dauthendey von seinem Vater Karl Albert charakterisiert. Der vorliegende Beitrag geht auf das Vater-Sohn–Verhältnis ein, schildert aber auch den sehr interessanten Lebensweg Karl Alberts, der – von Beruf Fotograf – einige Jahre in St. Petersburg gearbeitet hatte, bevor er sich 1863 in Würzburg niederließ. Max verfasste eine Lebensgeschichte seines Vaters unter dem o.g. Titel, die 1912 erschienen ist.

Franz Schicklberger: Politische Ausschreitungen in Eibelstadt 1932 (10 Abb.), S. 247 - 266

Die Abhandlung, die sich auf umfangreiches Archivmaterial stützt, legt an einem lokalen Beispiel einen für die Endphase der Weimarer Republik typischen und prägenden Vorgang dar, nämlich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zweier extremistisch - totalitärer Ideologien und Parteien. Die sehr eingehend geschilderten Zusammenstöße zwischen SA-Leuten und Kommunisten im Juli 1932 hatten ein gerichtliches Nachspiel, das der Verfasser ebenfalls gründlich analysiert.

3) Miszelle

Wolfgang Vorwerk: Einige Betrachtungen zum Autor Werner Loibl und zu seinem neuen Werk.
Die kurmainzische Spiegelmanufaktur Lohr am Main (1698 – 1806) und die Nachfolgebetriebe im Spessart, von Werner Loibl (Studien zur Geschichte des Spessartglases, Folge 3, Bd. 1-3, Veröffentlichungen des Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg e.V., Bd. 62, 1-3, hrsg. von Heinrich Fußbahn, Aschaffenburg 2012)
(4 Abb.), S. 267 - 272
Der Verfasser zeigt die „Schlüsselrolle“ auf, die der Glashütte von Tourlaville (Normandie) für die Gründung in Lohr zukam, und nimmt einen kurzen Vergleich der Manufakturen Rechtenbach und Fabrik-Schleichach vor. Schließlich hebt der Autor die wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung der Studien von Loibl heraus.

4) Anzeigen und Besprechungen, S. 273 - 338
Der Schwerpunkt dieses Abschnitts liegt auf der Lokal-, Regional- und Landesgeschichte,
aber auch Werke zur allgemeinen Geschichte und zur Kunstgeschichte werden besprochen.

5) Aus dem Verein

Mitteilungen der Schriftleitung, S. 339
Geschäftsbericht, S. 341 – 348
Mitarbeiterverzeichnis, S. 349

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